Replik auf Themen                                                                        im kranken entgleisten "Gesundheits"wesen

Übersicht:

> Die Grundversorgung wieder attraktiv machen

> Medikamentenpreise in der Schweiz

          

Die Grundversorgung wieder attraktiv machen - eine Lanze brechen für sie !

            Fakt:

            - es hat immer weniger Grundverorger

            - dafür immer mehr Spezialärzhte

            - die Menschen beanspruchen immer mehr Medizin

            - die Medizin wird immer teurer.

            - Was tun Sie in dieser Situation?         

 

Kommentar:

  das Gute an der Grundversorgung:

> Der Grundversorger versteht von Vielem etwas, erarbeitet sich mit den Jahren ein

  sehr nützliches, verlässliches medizinisches intuitives Bauchgefühl ("Bauchhirn")

  über ein riesengrosses Gebiet hinweg

  (Der Spezialist versteht von immer weniger immer mehr .. bis er von von nichts alles

  versteht .. sorry, habe ich mal von einer Fortbildung mitgenommen)

> Der Grundversorger kanalisiert Ihre medizinischen wesentlichen Leiden, die

  gefährlich werden können, wenn sie unerkannt bleiben, explodieren oder implodieren

  u zu Gross-Schäden führen können

> So managt er als Allrounder den Hauptharst Ihrer wesentlichen (vor allem

  körperlichen) Probleme

> Er ist der am kostengünstigsten arbeitende Arzt ! (vergleiche Krankenhaus etc).

  Soweit so gut.

 

  das Unattraktive, Grundvesorger zu werden:

    > die Ausbildung zum Grundversorger ist anstrengend/er:

zB jedes Jahr ein neues Fach, eine neue Umgebung beruflich u evt privat, ein neues Krankengut, immer wieder der nichtswissende Neuling sein: das braucht Sonder-Anstrengung u sehr breite Schultern.

    > eine Grundversorgerpraxis zu führen ist energiezehrend/er:

dauernd "alles" im Auge behalten (Patienten, Probleme, Material, Medis, Nach-

verfoglungs-Aufhänger erstellen), dauernd Unterbrüche (Labor, Notfälle, Fragen von Assistentinnen, Spezial-Ärzten etc), den Überblick über mehrere Assistentinnen in verschiedenen Tätigkeiten behalten

    > eine Grundversorgerpraxis ist teurer im Betrieb

(Vorbemerkungdas sehen die Spezialisten anders, wenn Sie sie fragen: der Ultraschall  und das Endoskop kosten "so viel" - als Spezialist kann ich das Gerät aber täglich einsetzen und amortisieren)

- es braucht mehr Personal (das ist in jedem Betrieb der teuerste Kosten"faktor").

- der Grundversorger braucht seine Geräte nicht bei jedem Patienten, aber er muss

  die Geräte haben

- es bleibt weniger für den Grundversorger als Unternehmer unter dem Strich:

  beim Grundversorger bleiben maximal 25 von 100 erarbeiteten Franken, beim

  Spezialarzt bleiben maximal 35 von 100 erarbeiteten Franken (das ist eine alte

  Treuhänder-Binsenwahrheit, die früher höheren Grundversorger-Einkommen sind

  heute die Ausnahme)

    > Der Tagesablauf ist für den Grundversorger abnützender:

- Der Grundversorger hat meist mehrere Prozesse bei verschiedenen Patienten

  gleichzeitig laufen

- Der Grundversorger hat zeitlich oft ein grösseres u breiteres Engagament (Dauer-

  Kontakt mit dem Patienten mit vielen oft ermüdenden Kleinigkeiten) bei meist

  deutlich längerer Arbeitszeit, er verschleisst sich dabei doppelt schnell, ob er will

  oder nicht

> die Wertschätzung des Grundversorges in der Öffentlichkeit ist meist geringer:

- der Grundversorger kann keine Professur erlangen, er ist "nur" Frontarbeiter.

- er wird von gewissen Patienten herablassend als Handlanger für den so 

  guten Spezialarzt angesehen (zunehmend mehr Spezialärzte respektieren

  interessanterweise das Wissens- und Könnens-Management des Grundversorgers).

 

Diese obige Beleuchung soll lediglich aufzeigen, dass

die jungen angehenden Mediziner für sich daraus wie folgt

bilanzieren:

wieso soll ich mehr arbeiten und weniger verdienen ?

deshalb werde ich lieber / schlauer Spezialarzt.

somit haben wir immer weniger Grundversorger

 

Folgen dieser Entgleisung:

- Sie werden selber Mediziner, nehmen die entsprechenden Strapazen zur Ausbildung

  auf sich. Sie selber dürfen gerne sich durchsieben und x-mal ausquetschen lassen

  in vielen Jahresprüfungen u so selber zum Mediziner werden und es dann besser

  machen (?) ... und danebst noch die auferlegten Regulierungen, die Tarife, die

  ethischen und rechtlichen Aspekte stets im Überlick halten.

- im übrigen aber heisst das für Sie als Patient:

-- für die Hals-Schmerzen gehen Sie zum Hals-Ohrenarzt

-- für die Augen-Entzündung zum Augenarzt

-- für den Rücken-Schmerz zum Rheumatologen

-- für den Brust-Schmerz zum Herz-Spezialisten

-- für den Bauch-Schmerz zum Magen-Darm-Spezialisten

-- für Probleme, bei denen Ihnen die obigen Schulmediziner nicht helfen, gehen Sie

   zum Heilpraktiker oder Therapeuten, der oftmals gute Resultate bringt.

 

   ===> wundert es Sie da noch, 

dass "wir" die Gesundheits-Kosten

nicht mehr bezahlen können?

===> ist Ihnen klar,

dass mit dem weiteren Ausbau der Spezial-Medizin

die Kosten vollkommen aus dem Ruder laufen?

===> ist Ihnen klar

dass  Sie  den ersten Schritt machen müssen,

um gesund zu bleiben, anstatt kopfarm

den Verschleiss zuzulassen durch eine

wenig überlegte Lebensweise ?

Als Konsument (bewusst gewähltes Wort)

haben  Sie  die Mitverantwortung, zu den Resourcen

im Gesundheitswesen und zu sich (!) Sorge zu tragen.

Das Positive an dieser Vorsorge:

wenn Sie in jüngeren Jahren zu Körper, Geist u Seele Sorge tragen,

haben Sie (meist) im Alter mehr Lebensqualität.

 

 

Gesundheit und Kosten im Griff haben  -  wo / wie ansetzen?

Ein einfacher unbequemer Rezept-Vorschlag.

 

1. Die Rolle des Patienten mehr berücksichtigen

    (wir sind alle bei Gelegenheit selber Patienten)

> viel mehr selber tun zur Erhaltung der eigenen Gesundheit:

       - grundsätzlich: Ernährung, Bewegung, Denken, sich freuen, sich aktiv fordern, das Positive im Leben höher werten als das Negative, loslassen lernen; sich übern,      zunehmend zufrieden, ausgeglichen, bescheiden, weise zu werden

       - speziell: Rauchen, Drogen meiden, Alkohol im Mass

> den Patienten viel mehr in die Selbst-Verantwortung einbinden:

       - wer sich leichtsinnig gefährdet, wird in irgendeiner Form stärker zur Kasse gebeten: er bezahlt mehr für die Aufwendungen oder erhält keine Luxus-Medizin

       - viele Patienten sparen an Prämien (nicht aber an Zigaretten, an kurzfristig und

kurzsichtig ausgerichtetem Oberflächen-Luxus, verlangen aber Spitzen-Bemühungen, um ihren oftmals selbstverschuldet (auch zT nichtwissend) zu Schrott gefahrenen Körper reparieren zu lassen

 > die Begehrlichkeit u Anspruchshaltung des Patienten relativieren, drosseln, ein    Zweiklassensystem akzeptieren lernen:

        - oftmals drängt der Patient zu früh auf ein teures MRI, dann soll er sich stärker   mitbeteiligen

        - das medizinische Angebot wird laufend grösser, also wird es benutzt.

        - Einige Patienten verängstigen sich ob ihren Symptome und glauben und vertrauen ihrem Arzt nicht mehr, dafür umsomehr dem Internet, wo die Informationsflut und die fehlende medizinische Erfahrung des Laien ihn verunsichern kann.

       - gemäss dem Motto: "wenn es um mich selber geht, spielen die Kosten (der  Allgemeinheit über die Krankenkasse) keine Rolle, aber ich wettere über die Gesundheitskosten"

       - viele Patienten sparen an Prämien (nicht aber an Zigaretten, an kurzfristig und

kurzsichtig ausgerichtetem Oberflächen-Luxus, verlangen aber Spitzen-Bemühungen, um ihren oftmals selbstverschuldet (auch nichtwissend) zu Schrott gefahrenen Körper reparieren zu lassen

       - Das Zweiklassen-System in der Medizin ist eine sozial verantwortbare Tatsache:

(Anmerkung: in der Schweiz wird ein Armer nicht abgewiesen, weil er arm ist, aber

er erhält nicht die teuerste Behandlung - damit kommt man ebenfalls weiter wie mit dem Kleinwagen anstatt der Luxus-Karrosse. Wer meint, das sei ungerecht, darf gerne Erfahrungen sammeln im rundum benachbarten Ausland (ohne Vorschuss keine Behandlung)

       - fordert der Patient eine unnötige, sofortige, luxuriöse Notfall-Behandlung, soll seine Selbst-Beteiligung deutlich höher sein u dadurch die Krk Kasse entlastet werden

2. Der Arzt (speziell Grundversorger) soll günstige u griffige Medizin kennen u können

    (ist derzeit nicht durchgehend der Fall, wird zu erheblichem Teil nicht gelehrt)

        - kostengünstige Grossmutter-Mitteli anwenden bei einfachen Entgleisungen, der Arzt soll damit ausreichend Erfahrung haben

        - jeder Arzt soll Neuraltherapie beherrschen. die schnelle, effiziente u       kostengünstige Massnahme zur Schmerz-Behandlung und Funktions-Normalisierung.

( Fortsetzung in Revision.....)

 

Medikamenten-Preise in der Schweiz

Fakt:

Preisüberwacher und Gesundheitspolitiker haben wiederholt die in der Schweiz höheren Medi-Preise angeprangert. Sie stellen fest, dass die Preise in der Schweiz höher sind (als zB in Deutschland) und finden, sie sollten sinken.

 

Kommentar:

Meines Erachtens ist diese Art der Argumentation gefährlich und auch unsauber.

Die Medis sind (nicht mal alle) in (zB) Deutschland tiefer, die Löhne aber auch!

Man darf einzelne Segmente im Leben und in der Wirtschaft nicht aus dem Zusammenhang herausreissen.

Wenn man nur die tieferen Preise anschaut, dann muss man fairerweise auch die (zB in Deutschland) tieferen Löhne anschauen: Eine MPA (Arztgehilfin) verdient in der Schweiz Fr 4'000 Anfangslohn, in Deutschland Euro 1'900  (=ca Fr 2'100).

Zudem:

wenn wir um jeden Preis tiefere Medipreise in der Schweiz wollen und trotzdem höhere Löhne als in Deutschland, dann werden hart kalkulierende Schweizer-Arbeitgeber sich auch billigeres Personal besorgen: Personal aus dem Ausland anstellen oder im Ausland produzieren oder nicht mehr selber produzieren, sondern nur noch mit den produzierten Gütern handeln, das heisst: Personal entlassen. Schlussendlich bezahlen wir dann die Differenz über die Sozial-Einrichtungen.

Ist das wirklich schlau? Wollen wir das? Werden diese Aspekte in der täglichen Diskussion von Politikern beim Namen genannt?